| Die zwölfjährige Mona lernt Daniel und
seine Familie kennen. Sie befreunden sich und so erfährt Mona nach und
nach vieles über die jüdische, aber auch über die christliche Religion.
Nach Pesach, dem Fest der ungesäuerten Brote steht nun, sieben Wochen
später, das Wochenfest Shawu'oth vor der Tür.
Shawu'oth:
Das zweite der Wallfahrtsfeste
Daniels Grossvater schloss eine Weile die Augen, dann
fuhr er fort: "Unmittelbar vor Pessach wird das Frühjahrsgetreide
ausgesät. Genau 50 Tage nach dem Beginn von Pessach, wir zählen
49 Tage vom zweiten Pessachtag an, findet das nächste Wallfahrtsfest
statt. Es heißt Schawuot, Wochenfest, nach den sieben Wochen, die seit
Pessach vergangen sind. Diese Zeit nennen wir die Omerzeit. Auch zu
Schawuot pilgerten die Juden nach Jerusalem. Diesmal wurden die
Erstlingsfrüchte geopfert. Das vor Pessach gesäte Getreide ist nun reif.
Heute werden Synagoge und Häuser mit sieben verschiedenen Früchten, den
sieben Arten, geschmückt."
Mona dachte nach. 50 Tage nach Pessach war Schawuot.
Jetzt fiel es ihr wieder ein. "Aber Pfingsten feiern wir auch 50 Tage
nach Ostern", rief sie ganz aufgeregt.
"Stimmt", erwiderte Joel Schwarz und lächelte. "Die zwölf Apostel trafen
sich wahrscheinlich zu Schawuot in Jerusalem. Dieses Fest ist aber nicht
einfach nur ein Ernte- oder Opferfest. Nach der Überlieferung empfing
Mosche auf dem Berg Sinai zu Schawuot die Zehn Gebote. Damit begann die
Verkündung der Gesetzgebung, die in der Torah niedergeschrieben ist.
Zu
Schawuot feiern wir vor allem, dass der Ewige, gelobt sei er, uns die
Torah mit ihren Gesetzen gegeben hat. Es ist ein sehr wichtiges Fest für
unser Volk. Durch den Auszug aus Ägypten und die Gesetzgebung auf dem
Berge Sinai wurde das Judentum als Volk und als Religion begründet."
Die große Wanduhr im Korridor ließ Mona aufschrecken. Es
war spät geworden. "Die Bilder von Daniels Bar Mizvah schaue ich mir
besser ein andermal an", sagte sie beim Gehen und stürzte aus der Tür.
"Und danke für das Essen", rief sie den beiden alten Herrschaften zu,
während sie die Treppe heruntersprang.
Noemi Staszewski:
Mona und der alte Mann
Ein Kinderbuch zum Judentum
Die zwölfjährige Mona lernt zufällig Joel
Schwarz, einen netten alten Herrn kennen, der ihr die Welt des Judentums
eröffnet. Im Verlauf eines Jahres erlebt sie mit ihm und seiner Familie
viele jüdische Feiertage, lernt Sitten und Bräuche kennen und beginnt,
Ähnlichkeiten zwischen der jüdischen und der christlichen Religion sowie
ihre Unterschiede zu begreifen.
Eine Geschichte für Kinder ab neun Jahren, in der sie ganz nebenbei
etwas über jüdisches Leben in Europa und über das Judentum erfahren. Ein
ausführliches Glossar erklärt Begriffe und wesentliche Grundsätze des
Judentums. Fotos und Illustrationen von Ami Blumenthal ergänzen und
veranschaulichen die Darstellungen.
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