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BeMidbar - das IV. Buch der Torah:
Das Buch Numeri und die Literatur des Alten Orients

William W. Hallo

Gesetzgebung

Obwohl das Buch Numeri ein wesentlicher Bestandteil der Tora bzw. des Gesetzes ist, besteht es nicht nur aus Gesetzgebung. Die Gesetze bilden einen wichtigen Bestandteil des Buches, aber sie beschränken sich auf bestimmte Bereiche, die von der Erzählung oder dem bereits dargestellten stammesgeschichtlichen Rahmen vorgegeben sind, wobei sie die Leviten in besonderer Weise berücksichtigen. Vom literarischen Standpunkt aus gesehen, fehlt der Gesetzgebung des Buches Numeri ein systematisches Erscheinungsbild und eine formale Einheit, die man sonst bei den Gesetzeskodices im Pentateuch findet, also dem Bundesbuch in Exodus, dem Heiligkeitsgesetz in Levitikus, dem deuteronomischen Gesetz im Deuteronomium, den verschiedenen Dekalogen, Fluchsprüchen und anderen festen Formulierungen, die sich überall in diesen drei Büchern finden. Stattdessen werden die gesetzlichen Abschnitte im Buch Numeri eingeschoben und in einem Ausmaß unmittelbar vom Erzählzusammenhang abgeleitet, das sich sonst nirgends findet. Von den 30 Gesetzen, die die priesterschriftliche Quelle in dieser erzählerischen Art und Weise in den ersten vier Büchern der Bibel formulierte, begegnen einer bestimmten Zählung zufolge sechzehn auch im Buch Numeri.25

Das vielleicht deutlichste Beispiel dieser Form ist das Gesetz über die Erbberechtigung von Frauen. Nach der zweiten Volkszählung (Kap. 13) fordern die Töchter Zelophehads eine Bestimmung, die den Fall berücksichtigt, dass ein Vater - wie der ihre - ohne männliche Nachkommenschaft stirbt. Mose erhält hierzu eine göttliche Antwort (Kap. 27) und später werden weitere Bestimmungen bezüglich desselben Sachverhalts festgelegt (Kap. 36). Alle Bestimmungen sollen für alle Zeit gültig sein, dass heißt also, es handelt sich um einen Präzedenzfall.

Man hat seit langem gesehen, dass der größte Teil der Zivilgesetzgebung, sowohl in der Bibel als auch im Alten Orient kasuistisch, d.h. im Modus eines Konditionalsatzes formuliert ist. Dies trifft auch auf den berühmten Kodex Hammurabi und seine älteren Vorbilder in Babylonien wie auf die assyrischen und hethitischen Gesetze zu. Es gilt ebenfalls für das Bundesbuch (Exodus 21f) und seine deuteronomis-tischen Entsprechungen (vor allem Deuteronomium 21f). Dass die gleichen Formulierungen in Numeri 27 in einen Erzählzusammenhang eingebunden sind, lässt vermuten, dass ihr Verfasser wusste, was sich unter modernen Wissenschaftlern erst allmählich durchsetzte: Die kasuistische oder bedingte Gesetzgebung gründet sich auf jeweils gegebene besondere Einzelfälle. (An dieser Stelle erhellt die Bibel das altorientalische Vergleichsmaterial.) Dies bedeutet nicht, dass der Präzedenzfall immer eine historische Tatsache ist. Vielmehr haben wir es mit der allgemeinen Vorliebe des altorientalischen Denkens zu tun, ewige Wahrheiten aus einmaligen Begebenheiten abzuleiten. Ihren allgemeinsten Ausdruck finden solche Aussagen zwar in der Mythologie, doch sie spiegeln sich auch in der Weisheitsliteratur wieder und das kasuistische Recht steht der Weisheit oft geistig sehr nahe, wie das "salomonische Urteil" (1. Könige 3) zeigt.

Die Geschichte der Töchter Zelophehads ist aber nicht allein als Präzedenzfall wichtig, sondern auch aufgrund des besonderen Anliegens, um das es geht:

um das Erbrecht nämlich. Im Buch Numeri geht es zu einem großen Teil um die Zuteilung der Eroberungen im Ostjordanland und um die zukünftige Aufteilung des Landes Kanaans, das als Erbbesitz der zwölf Stämme angesehen wird. In diesem Zusammenhang rückt der genealogische Aspekt der Stämmelisten erneut ins Blickfeld, denn Erbangelegenheiten werden auf der Grundlage des Familienrechts geklärt Hier können wir nicht nur die ausführlichen Bestimmungen in den keilschriftlichen Kodices zum Vergleich heranziehen, sondern auch die überreichlich vorhandenen Zeugnisse des tatsächlichen Rechtslebens in Mesopotamien und anderswo, die vom Erbrecht vor allem in Bezug auf Immobilien handeln. Sie zeigen dieselbe Sorge, den Erbbesitz innerhalb einer Familie zu bewahren, wie es Numeri 36 tut, wenn auch auf eine andere Art und Weise, und erlauben den Töchtern im Allgemeinen nur dann, am Erbe teilzuhaben, wenn sie unverheiratet sind oder, wenn sie als Priesterinnen bestimmter Klassen freiwillig auf eigene Kinder verzichtet haben. In der Praxis kam im Alten Orient das Fehlen männlicher Erben weniger häufig vor, denn es gab eine größere Bereitschaft zur Adoption (im Gegensatz zu Abrahams Furcht in Gen 15,3) und zum Konkubinat. Dagegen betont die biblische Gesetzgebung die Blutsverwandtschaft des Sohnes und den korrekten Status der Mutter. Das Buch Numeri besteht auf dem vollen Recht für alle Stämme, einschließlich derjenigen, die ihre Herkunft auf die Konkubinen Jakobs zurückführen, vermutlich deshalb, weil die Söhne von seinen Frauen adoptiert worden sind (Gen 30,3).

Die Gesetze über die Priester und Leviten sind in ähnlicher Weise in den Erzählzusammenhang des Buches Numeri eingeflochten. Wieder mag hier ein Beispiel genügen. Die ausführlichen Bestimmungen über die Beziehungen der Priester und Leviten zu den übrigen Israeliten in Kapitel 18 wird gelegentlich als scheinbare Doppelung oder Erweiterung der weniger umfangreichen Bestimmungen in früheren Abschnitten des Buches gesehen. Doch dieser Eindruck kann durch eine genaue Analyse der gesamten levitischen Terminologie und seiner Entsprechungen in den aus-

VgL Z. Ben-Barak, Inheritance by daughters in the Ancient Near East,

JSS 25 (1980), 22-33.

führlichen kultischen Vorschriften im übrigen Alten Orient korrigiert werden. Tatsächlich konnte überzeugend nachgewiesen werden, dass Numeri 18 auf eine wirkliche Änderung der vorhanden Beziehung zwischen Priestern, Leviten und Israeliten abzielt, eine Veränderung, die offenbar durch die schreckliche Erfahrung des im Anschluss erzählten Schlags der Korachiten (Kap 17) hervorgerufen wurde. Der Altar und andere geweihte Gegenstände des Stiftszeltes und seines Hofs hatten eindeutig die Macht, diejenigen, die sich ihnen näherten, zu töten und die Vergeltung auf das gesamte Volk zu übertragen. Von daher bildeten die diensttuenden Priester, die diese Gegenstände als einzige ungestraft sehen und benutzen konnten, ihre vorderste Verteidigungslinie. Doch die Hauptaufsichtspflicht kam den Leviten zu, die weit von den Priestern entfernt waren und als bewaffnete Wächter zusammen mit den Priestern die Sorge für das Heiligtum trugen und in besonderer Weise damit beauftragt waren, das Eindringen von Laien oder unauthorisierten Priestern oder Leviten zu verhindern. Solche Eindringlinge mussten auf der Stelle von den Leviten getötet werden, denen dies unter Todesstrafe geboten war. So würde niemals mehr das gesamte Volk unter den schrecklichen Folgen eines solchen unbefugten Eindringens leiden. Die Erzählung und die Gesetze zeigen also die große Angst vor jenen geweihten Gegenständen, die die Priester benutzten und gemeinsam mit den Leviten bewachten. Die immens hohe Vergütung der priesterlichen und levitischen Dienste, die das Buch Numeri in diesem und in anderen Zusammenhängen nennt, sind unter diesem Gesichtspunkt ein recht verständlicher Aspekt. Das anzunehmende hohe Alter der zugrundeliegenden Vorstellung wird durch eine hethitische Analogie bestätigt, den "Anweisungen für Tempelbeamte" aus dem zweiten Jahrtausend. Auch hier wird die Aufsicht über den Tempel zwischen den Priestern, die das Innere des Heiligtums, seinen Hof

und seinen Eingang bewachen, und einem bewaffneten Wächter, der unter der Aufsicht eines Priesters wie die Leviten in Numeri 18 das Äußere des heiligen Bezirks schützt, aufgeteilt. Sowohl die Priester als auch die Wächter sind auch hier unter Todesstrafe verpflichtet, jeden unautorisierten Eindringling zu töten, jedoch mit dem einzigen Unterschied, dass ihre Bestrafung von Menschen, nicht von Gott vollstreckt wird.26

Das Buch Numeri und die Archäologie

Wenn wir den strukturellen Aufbau und die Hauptthemen des Buches Numeri betrachten, ist nötig, auch kurz

auf die zahlreichen Einzelabschnitte zu sprechen zu kommen, d.h. auf die eigenständigen literarischen Einheiten, die in dieses Buch aufgenommen wurden, obwohl auch sie in vielen Fällen durch Ausgrabungen und Schriftfunde erhellt werden. Das hohe Alter der zahlreichen poetischen Fragmente, von denen einige ausdrücklich aus verlorengegangenen hebräischen Werken zitieren (z.B. 21,14), wird durch verschiedene Verbindungslinien zu anderen altorientalischen literarischen Texten bestätigt. Der erste der beiden Ladesprüche (10,35f) kehrt zum Beispiel mit leichten Veränderungen am Anfang von Ps 68 wieder, einer der altertümlichsten Stellen im ganzen Psalter, der hauptsächlich auf dieser Grundlage als eine Liste früher hebräischer lyrischer Gedichte gedeutet wurde, die mit ihren Anfangsworten (den"incipits") zitiert werden.27 Ein vergleichbarer Brauch ist bereits vor dem Ende des dritten Jahrtausends in der sumerischen literarischen Bibliographie bezeugt, aus der wir etwa zwanzig solcher Kataloge kennen.28 Der poetisch formulierte Tadel von Aaron und Mirjam (12,6-9) bezieht sich auf nächtliche Visionen als Mittel, Gottes Willen zu erfahren, eine Methode, die aus den mesopotamischen

VgL 2. Chron 23,7 und siehe oben, "Das Buch Levitikus innerhalb der Literatur des Alten Orients".

27 W. F. Albright, A catalogue of eariy Hebrew lyric poems, HUCA 23/ al (1950-51) 1-39.

28 Siehe zB W.W. Hallo, On the antiquity of Sumerian literature, JAOS

83 (1963), 167-176; ders., Another Sumerian literary catalogue? Studia Orientalia (Salonen Volume) (1975), 77-80 und ders., Notes from the Babylonian Collection, II: Old Babylonian HAR-ra, JCS 34 (1982), 81-92; S.N. Kramer, History Begins at Sumer: Thirry-nine firsts in mans's recorded history, Pennsylvania 1981,250-254.

Überlieferungen der Vorhersage-Methoden, wie zum Beispiel im assyrischen Traum-Buch allzu gut bekannt sind, und stellt dies der Stellung Moses als Liebling oder Vertrauter der Gottheit gegenüber. Dies wird mit einem Epitheton ausgedrückt, dass sich auch in den ugaritischen Epen findet: "Knecht [Gottes]".29 Das "Brunnenlied" (21,17f) hat eine enge Parallel in der Poesie der arabischen Wüste,30 während die "Ballade von Heschbon" (21,27-30) der Stelle Jeremia 48,45f. so ähnlich ist, dass man wohl annehmen muss, dass beide Versionen auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgehen. Schließlich, ist die gesamte Bü'am-Ge-schichte (Kap 22-24), die eindeutig um seine vier prophetischen Orakel herum entstand, eine erzählerische Erweiterung, die durch diese Gedichte angeregt wurde. Indem die Geschichte Bil'am aus Petor am Euphrat kommen lässt und ihn in gewisser Weise als Wahrsager zeichnet, hat sie gewisse mesopotamische Klänge, doch eine wiederentdeckte aramäische Inschrift stellt diesen Fragenkomplex in ein neues Licht: Auf diesem Zeugnis aus dem achten Jahrhundert31, spricht Bil'am, der "Seher der Götter" Prophetien und, nachdem sie zurückgewiesen wurden, Flüche, die an die biblischen Sprüche erinnern. Der Fundort dieser Inschrift, Teil Deir 'Allä liegt am Jabbok-Fluss östlich des Jordans und wurde vorläufig mit dem ostjordanischen Sukkot identifiziert, in dem unter anderem die Geschichte von Gideon (Richter 8) spielte. Die Bil'amgeschichten im Buch Numeri und die wiedergefundene Inschrift haben also den ostjordanischen Hintergrund gemein.32 Die jüdische Tradition verband den Begriff Peor aus der Geschichte über den Abfall an den moabitischen

Kult, der unmittelbar anschließend erzählt wird, mit dem bet-marzeach oder Trauerhaus (Jer 16,5), dessen Vorhandensein nun aus Schriftfunden aus der gesamten antiken Welt bezeugt ist, d.h. in den staatlichen Archiven von Ugarit, den jüdischen Papyri aus Elephantine und verschiedenen semitischen Inschriften in Marseilles, Athen, Petra und Palmyra.33 Die Hauptperson der Geschichte, Pinchas, trägt wie andere Priester einen Namen mit einer offensichtlich ägyptischen Herkunft.34 Er hält dem Zorn Gottes stand, der hier und wiederholt im Buch Numeri (z.B. 15,37; 17,9-15) in Form einer Plage zum Ausdruck kommt, indem er auf der Stelle zwei der Schuldigen tötet. Dieses Thema findet sich auch in dem akkadischen Erra-Epos, wo eine Gottheit die Pest und eine Verbrannte-Erde-Taktik einsetzt und erst auf Bitten des Götterboten Ischum ("Feuer") besänftigt wird.35 Als Belohnung wird Pinchas und seinen Nachfahren der ewige Anspruch auf den Priesterdienst samt den damit verbundenen Einkünften versprochen. Der "Freundschaftsvertrag", der diese Verheißung vermittelt, ist ein Schutzbündnis, in der Art, wie es uns aus den nicht bedingten königlichen Schutzerklärungen bekannt ist, die in den Urkunden aus Alalach und anderswo häufig zu finden sind. Im Gegenzug werden der besondere Einsatz für und die Achtung vor dem König versprochen.

Diese Beispiele zielten nicht darauf ab, die Ursprünglichkeit des Bibeltextes in Frage zu stellen. Vielmehr hilft der Vergleich, seine besonderen Merkmale deutlicher zu erkennen, wie auch diejenigen, die der Text mit seiner antiken Umwelt gemein hat. Dass man

'z.B. Pritchard ANET2 (1955), 144 Zeile 152-155, wo König Keret "Knecht Eis (oder "Gottes")" genannt wird. Zu diesem Begriff mit einer anderen Konnotation im hellenistischen Ägypten siehe H. Bonnet, Die Bedeutung des Titels "Gottesknecht" im hellenistischen Ägypten, Zeitschrift für Ägyptische Sprache 80 (1955), 1-5.

"°R. H. Pfeiffer, Introduction to the Old Testament, New York 1941, 274.

Zur Datierung siehe J. Naveh, The date fo the Deir 'Alla inscription in Aramaic Script, IEJ 17 (1967), 256-258 und ders., Review of Hoftijzer and van der Kooij, Aramaic Texts frorn Deir 'Allä, IEJ 29 (1979), 133-136. J. Hoftijzer, the prophet Balaam in a 6th [!] Century Aramaic

inscription, BA 39/1 (1976), 11-17.

Siehe M. H. Pope, the Song of Songs: a new Translation (AncB 7c), Garden City NY 1977,210-229.

" Vgl. zB. Putiel in Ex 6,25, Hofni in 1. Sam 1 -4; Paschhur in Jer 20,1 -6. Zu diesen Namen und nicht-hebräischen Namen unter der übrigen israelitischen Bevölkerung siehe R. Zadok, Die nichthebräischen Namen der Israeliten vor dem hellenistischen Zeitalter, UF17 (1985), 387-398 v.a. 392-395.

M. Weinfeld, The covenant of grant in the Old Testament and in the Ancient Near East, JAOS 90 (1970), 184-202; v.a. S. 201f.

zum Beispiel keine Parallele zu den Zufluchtsstädten (Kap 35, vgl. Ex 21,12f; Dtn 4,41-43.19,1-B)36 ausmachen kann, unterstreicht die Einzigartigkeit dieser menschlichen Einrichtung. Andererseits können wir die zunehmenden archäologischen Entdeckungen nicht unberücksichtigt lassen. Bei Ausgrabungen in Tanis (dem bibüschen Zoan) in Ägypten fand man zum Beispiel eine Stele an dieser ehemaligen Hauptstadt der Hyksos, auf der das vierhunderste Jahr ihrer Gründung gepriesen und dies als die Grundlage für eine "Zeitrechnung der Stadt Tanis" benutzt wird37 Die Gründung von Hebron scheint in dieselbe Zeit zu fallen (13,22). Die Ausgrabungen in Dibon, der alten Hauptstadt von Moaw (21,30; 32,34), bereicherten unsere Kenntnis über die Moabiter, wie auch verstreute Schriftfunde von moabitischen Inschriften. Und die Entdeckung des antiken Arad warf neues Licht auf die Midjanitischen Verbindungen des Keniters Hobab, der Mose in der Wüste führte (10,29-32) und könnte uns Informationen über die Art und Weise der Eroberung und Niederlassung geben, die Israels Besetzung des Ne-gev und des Verheißenen Landes bestimmten.38

Fazit

Das Buch Numeri bildet trotz seines uneigenständigen Charakters eine gewisse literarische Einheit. Der Vergleich mit den epischen Berichten anderer Völkerwanderungen am Ende der Bronzezeit zeigt, dass es eine einzigartige Fundgrube von Traditionen ist, die sich mit der Wanderung der Israeliten verbanden und eine unverzichtbare Verbindung zur Theologie der jüdischen Geschichte darstellt. Das Buch Numeri liefert die genealogische Kontinuität zwischen den Erzvätertraditionen und den rechtlichen und moralischen Grundlagen der Eroberungen, die berichtet oder vorweggenommen werden. In seinen Erzählungen schafft es juristische Präzedenzfälle und Neuerungen und widmet sich besonders den Fragen der Erbschaft und den Pflichten

und Rechten der Priester und Leviten. Obwohl es in seiner Darstellung des Volkes eigenartig unerbaulich ist und sich manchmal alles andere als schmeichelhaft über seine menschliche und göttliche Leitung äußert, zeigt es sowohl in der Beschreibung als auch in seinen Vorschriften die Notwendigkeit der Reinigung von Aufsässigkeit und Sünde. Es legt die Grundlage sowohl für die Stämmeamphiktionie der Richterzeit als auch für die theokratische Politik, die ihr folgte. In seinem freien Gebrauch biblischer und außerbiblischer Motive erweist es sich als Ganzes als einzigartiges Kompendium des altisraelitischen Geschichtsbildes.

Das IV. Buch der Torah:
beMidbar / Numeri

Von Rabbiner W.G. Plaut (Band III. der "Tora in jüdischer Auslegung")

A. L. Oppenheim, The Interpretation of Dreams in the Ancient Near East, with a translation of an Assyrian Dream-Book (Transactions of the American Philosophical Society 46/3), 1956. Siehe unten "Das Buch Deuteronomium innerhalb der altorientalischen Literatur, S. 96ff.

B. Mazar, The sanctuary of Arad and the family of Hobab the Kenite, INES 24 (1965), 297-303 und PL LI; Y. Aharoni, Nothing early and nothing late: re-writing Israel's conquest, Biblical Archaeologist 39/ 2 (1976), 54-76.

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Quelle - Der Chumasch nach Plaut:
Die Torah in jüdischer Auslegung

 

 

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