
Die Hohen Feiertage - Die
Furchtbaren Tage:
haJamin haNora'im
Im Gegensatz zu den
anderen wichtigen jüdischen Festen sind die "Hohen Feiertage", "Furchtbaren
Tage", "Gewaltigen Tage" oder "Tage der Ehrfurcht" - Rosch haSchana
(Neujahrsfest) und Jom Kipur (der Versöhnungstag) - nicht mit historischen
Ereignissen verknüpft. Auch sind es keine fröhlichen Feste. Die "Furchtbaren
Tage", wie sie genannt werden, sind rein religiöse Feste, die G'ttes Rolle
als Richter des Universums feiern. Sie heben nachdrücklich die Begriffe der
Moral, der Gewissenserforschung, des Spirituellen und der Heiligkeit in den
Vordergrund.
In Wirklichkeit stellen die
"Furchtbaren Tage" mehr als nur die zehn Tage zwischen Neujahrsfest und Jom
Kippur dar. Sie beginnen bereits einen ganzen Monat vor Neujahr mit dem
Anfang des Monats Elul.
In der Synagoge ist jeder Schabath
(Sabbat) vor Neumond ein besonderer Schabath. Doch der Schabath vor dem
Neumond von Elul ist etwas ganz Besonderes, weil von diesem Tag an jeden
Morgen bei der Andacht in der Synagoge der Schofar geblasen wird, was daran
erinnern soll, daß die gewaltigsten Tage im jüdischen Kalender naherücken.
Rosch haSchanah
(Neujahr) wird auf der ganzen Welt zwei Tage lang gefeiert, nämlich am
ersten und zweiten Tag des Monats Tischri (meistens im September). Eine
Ausnahme machen hierbei die meisten reformierten Gemeinden, die das Fest
nur am ersten Tag des Tischri feiern. Jom Kipur (der Versöhnungstag)
fällt auf den zehnten Tag des Tischri und wird von Sonnenuntergang bis
zum Sonnenuntergang des folgenden Tages mit Fasten und Beten begangen.
In den langen
G'ttesdiensten, die je nach Gemeinde zwischen zwei und sieben Stunden
andauern können, steht der Begriff der "Umkehr zu G'tt" im Mittelpunkt,
denn G'tt ist bereit, die Sünder wieder aufzunehmen, ihnen ihre Schuld
zu verzeihen und ihnen Gelegenheit zu bieten, das neue Jahr mit einer
"unbeschriebenen Seite" zu beginnen.
Nach jüdischer
Überlieferung trifft G'tt seine Entscheidung nicht übereilt. Die Pforten
der Reue stehen offen bis zum Tag der großen Versöhnung, bis zu dem
Augenblick, in dem der endgültige Beschluß gefaßt wird darüber, "wer
leben, wer sterben wird, wer heiter und wer gestört sein wird, wer reich
und wer arm sein wird, wer gedemütigt und wer erhoben wird."
In der Volksmeinung gilt
Jom Kippur* als der heiligste Tag des jüdischen Kalenders, obgleich der
Schabath (Sabbat) ihn, rechtlich gesehen, an Bedeutung übertrifft. Die
fünf G'ttesdienste, beginnend mit der KoI-Nidre-Andacht* und
vierundzwanzig Stunden später mit der Neila-Andacht* endend, beschließen
die "Furchtbaren Tage" (haJamim haNorajim). Nach der Neila-Andacht
("Schließung der Türen") wird der Schofar geblasen, bevor die
Versammlung sich auflöst und jeder einem neuen Jahr entgegengeht.
Jom Kipur:
An diesem Fastentag, der allein der Umkehr gewidmet wird, besiegelt
der HERR das Schicksal eines jeden einzelnen je nach dessen Bemühungen
um eine Umkehr zu G'tt.
Kol Nidrej:
Am Beginn des Abend-G'ttesdienstes am Vorabend von Jom Kippur wird
eine aramäische Gebetsform verlesen wird. Deren erste Worte "Kol Nidrej"
bedeutent "alle Gelübde..." (Kol
Nidrej
RealAudio von Kantor Leo Roth)
Ne'ila oder Nile:
Wörtlich "Abschluß" - Die Himmelstüren, so der jüdische Glaube,
schließen sich bei Anbruch dieser Nacht, und danach ist des Menschen
Schicksal besiegelt.
Weiterführende Empfehlungen und Quellen:
Alfred Kolatch:
Jüdische Welt verstehen
Leo Hirsch: Jüdische Glaubenswelt
Aus den Tiefen rufe ich, G'tt' zu dir:
G'tt, höre meine Stimme!
85kb/170kB (RealAudio)
Las Puertas de la Esperanza - She'arej haTikvah
Trockene
Samen werden Wurzeln schlagen
beim Aufgang der Sonne,
verschlossene Augen werden sich öffnen...
Die
Armen werden sich in Pracht kleiden
und die Lahmen sich regen.
Die
Alten werden jung sein
und die Wunden von Krankheit und Leiden
heilen.
In
jedem von uns, liegt die Wurzel all' dessen.
In jedem dem es um seiner Verfehlungen leid ist,
in jedem, der den Schmerz beklagt.
Schau
- der Himmel über Dir erstrahlt,
das Gewicht pendelt zum Ausgleich.
Die Tore der
Hoffnung sind geöffnet!

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